Dienstag, 24. August 2010
trenbolon
Wie wir bereits festgestellt haben, aromatisiert Trenbolon nicht beim Menschen, eine Gynäkomastie sollte somit unmöglich sein. Trotzdem gibt es Trenbolonnutzer hierzulande und in den USA, die von den komischsten Symptomen berichten. Knoten bishin zu einer Laktation, ja richtig gelesen, also zu einem Flüssigkeitsaustritt aus der Brustdrüse.
Da Trenbolon nicht aromatisiert suchte man nach anderen Möglichkeiten dies zu erklären. Einerseits wäre da die starke Bindung des Trenbolon und seiner Metaboliten an den Progesteronrezeptor, ja sie übersteigen sogar die Affinität des Progesteron selbst. (8)
Nur die Affinität selbst sagt nichts über die Wirkung aus, auch Stanazolol weist eine Bindung an diesen Rezeptor auf und aktiviert ihn anscheinend auch, die Autoren dieser Studie weisen auch darauf hin, dass Tren als auch seine Metaboliten, sehr wohl eine progesteronartige Wirkung aufweisen könnten. Es gibt jedoch keinen Beweis für eine allein progesteroninduzierte Gynäkomastie, das tut Progesteron einfach nicht. Progesteron an sich verhält sich irgendwo recht asexuell, jedoch sollte man bedenken, dass es sehr wohl die Effekte der Östrogene auf das Brustgewebe verstärken kann. (9)
Trenbolon könnte also rein theoretisch durch seine gestagene Wirkung zusammen mit einem aromatisierenden Steroid, die Gefahr einer Gynäkomastie verstärken.
Ich sage "könnte" denn das alles ist recht spekulativ.
Mäuse bei denen die Östrogenrezeptoren per Genmanipulation ausgeschaltet wurden, konnten trotz anderer vorhandener, relevanter Faktoren keine Entwicklung der Brustdrüse insbesondere der Milchgänge, erreichen. Dies zeigt wie essentiell das Östrogen für die Brustentwicklung als auch für eine Gynäkomastie ist. (10)
Trenbolon jedoch aromatisiert nicht.
Und wieder muss ich Einiges relativieren. Wenn man sich mit dieser Thematik auseinandersetzt, ja noch nicht mal so sehr die Entwicklung von Brustkrebs miteinbezieht, so wird einem klar, wie hochkomplex die ganze Thematik ist. Uns bleibt also nichts weiter, als das Ganze zumindest in diesem Artikel kurz und knapp zu halten, als auch uns an den stärksten Argumenten zu halten, statt uns in Einzelheiten zu verlieren.
Dann gibt es die Theorie, Trenbolon könnte die Prolactinausschüttung erhöhen, dies würde zu einem Anschwellen der Brustdrüsen führen, ja bishin zu einer Milchabsonderung.
Dies hätten die Betroffenen dann mit Bromocriptin, einem Dopaminagonisten behoben, da es ja prolactinsenkend wirkt. (11) Nolvadex mit dem Wirkstoff Tamoxifen, also ein Östrogenantagonist, hätte nicht geholfen, obwohl dies üblich ist wenn es um Gynäkomastieprobleme geht.
Das paradoxe hier, ist wiederrum die Tatsache, dass Androgene die Prolactinausschüttung hemmen und Östrogene sie verstärken. Trenbolon selbst hat z.B. in einer Studie mit Lämmern ja sogar in Kombination mit Östrogenen die Prolactinwerte gesenkt und die Entwicklung der Brust gehemmt. (12)
Fairnesshalber muss man jedoch die Messmethoden bedenken, Prolactinwerte steigen meistens während der Schlafperiode an, es ist zweifelhaft, dass diese Werte gerade zu diesem Zeitpunkt gemessen wurden, eine Studie mit Nandrolon an Ratten z.B. zeigt eine Prolactinerhöhung an, obwohl Nandrolon ein Androgen ist. (13)
Das muss jedoch nicht auf das Trenbolon übertragbar sein und letztendlich muss man das Endergebnis bedenken, Trenbolon verhinderte eine Entwicklung der Brust.
Weiterhin müssen wir uns noch mal in Bezug auf die Behauptung, Tamoxifen/Nolvadex hätte nicht zu einer Besserung der Symptome geführt, zwei weitere Studien anschauen in der Tamoxifen nicht nur die Östrogenrezeptoren besetzt, sondern auch die Prolactinrezeptoren antagonisiert und was am wichtigsten ist, dadurch als ein Antilaktogen funktionierte. Es hemmte also eine Milch/Flüssigkeitsbildung. (14,15)
"In addition to inhibition of PRL binding, TAM also prevents the PRL-induced accumulation of caseins by cultured mouse mammary explants. Thus it appears that the triphenylethylene antiestrogens, acting through the AEBS, act as antilactogens in the normal mammary gland."
Fassen wir das Ganze also soweit zusammen: Trenbolon aromatisiert nicht, seine gestagene (progesteronartige) Wirkung verursacht allein keine Gyno, Prolactin braucht auch Östrogene und Trenbolon senkt die Prolactinwerte, Tamoxifen blockt Östrogenrezeptoren und Prolactinrezeptoren.
Dann bleibt mir die Frage wie Trenbolon zu einer Gynäkomastie oder Laktation führen kann, bei der Tamoxifen nicht von Nutzen ist und ich wäre froh wenn man sie mir beantworten könnte.
Das meine ich ernst. Wenn ich euch bei dieser Frage keine 100% Antwort präsentieren kann, dann wenigstens eine gesunde Skepsis.
Auch wenn es viele Steroidnutzer immer wieder vergessen, die einfachste Lösung eine entstehende Gyno einzudämmen, beinhaltet auch das komplette Absetzen oder zumindest Herabsetzen der Steroiddosis in Kombination mit Mitteln wie Nolvadex, denn Nolvadex allein ist kein Wundermittel.
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